Regionsbefragung nachhaltige und klimaangepasste Gewerbegebiete 2026

Im Rahmen des Projekts Natur Urban – Gewerbegebiete im Klimawandel wurden Vertreter*innen aus acht regionalen Institutionen zu ihren Strukturen, Praxisansätzen, Erfahrungen und Handlungsmöglichkeiten im Bereich nachhaltiger und klimaangepasster Gewerbegebiete befragt. Im Fokus standen regionale Rahmenbedingungen, Organisations- und Ressourcenkulissen, Projekt- und Förderansätze sowie Informations- und Beratungsstrukturen.

Im Rahmen des Projekts wurde eine regionsübergreifende Expert*innenbefragung durchgeführt. Ziel war es, besser zu verstehen, wie regionale Akteure zentrale Einfluss- und Erfolgsfaktoren für nachhaltige und klimaangepasste Gewerbegebiete einschätzen, wie die Regionen organisatorisch und inhaltlich aufgestellt sind und welche Lernpotenziale sich daraus für die regionale Ebene ableiten lassen.

Zentrale Befunde: Die regionale Ebene als Möglichmacherin

Viele Rahmenbedingungen sind relevant – aber nur begrenzt regional steuerbar

Wirtschaftliche Ausgangslagen, Strukturwandel, Flächendruck und Klimabetroffenheit prägen nachhaltige Gewerbegebiete stark. Regionale Akteure können diese Faktoren meist nicht direkt steuern, aber kommunale Handlungsmöglichkeiten unterstützen und strategisch aufgreifen.

Die Region unterstützt, koordiniert und erleichtert Umsetzung

Die konkrete Umsetzung liegt vor allem bei Kommunen und Unternehmen. Regionale Akteure können Wissen bündeln, Akteure zusammenführen, Förder- und Beratungszugänge erleichtern und Projekte anstoßen.

Vernetzung bündelt Ressourcen und schafft Synergien

Regionale Vernetzung hilft, knappe Ressourcen effizienter einzusetzen und Doppelstrukturen zu vermeiden. Besonders tragfähig ist sie, wenn sie kontinuierlich, thematisch fokussiert und organisatorisch abgesichert erfolgt.

Gute Ansätze brauchen Transfer und Verstetigung

Pilotprojekte, Netzwerke und Beratungsangebote schaffen wichtige Impulse, bleiben aber häufig punktuell. Damit andere Kommunen davon profitieren, müssen Erfahrungen systematisch aufbereitet, übertragen und dauerhaft verankert werden.

Unterstützungsangebote müssen sichtbar und dauerhaft verfügbar sein

Beratung und Unterstützung helfen Kommunen besonders dann, wenn Ansprechpartner*innen klar benannt und Angebote gebündelt sind. Wenig sichtbare oder nur punktuell verfügbare Angebote werden dagegen oft nicht ausreichend genutzt.

Acht Handlungsempfehlungen für die regionale Ebene

Aus der Befragung lassen sich folgende Bausteine ableiten, an denen Regionen ihre eigenen Strategien und Unterstützungsansätze ausrichten oder weiterentwickeln können:

1. Klare Zuständigkeiten und Koordination schaffen⌄
Damit die Zusammenarbeit reibungslos funktioniert, sollten regionale Zuständigkeiten klar geregelt sein. Feste Koordinationsstrukturen und Ansprechpersonen sorgen für verlässliche Abläufe und erleichtern die Abstimmung. Wichtig sind außerdem gut abgestimmte Schnittstellen zwischen Planung, Wirtschaftsförderung, IHKs, Klimaanpassung und weiteren beteiligten Stellen.
2. Kommunen gezielt beraten und entlasten⌄
Beratungsangebote sollten gebündelt, standardisiert und möglichst leicht zugänglich sein. Sinnvoll sind zentrale Anlaufstellen oder Kümmer*innen, die Kommunen bei Planung, Förderung und Umsetzung begleiten.
3. Projekte auf Transfer und Verstetigung ausrichten⌄
Erfolgreiche Modellvorhaben sollten dokumentiert, ausgewertet und so aufbereitet werden, dass andere Kommunen diese übernehmen oder anpassen können.
4. Daten für Planung und Monitoring verbessern⌄
Gebietsbezogene Daten zu Hitze, Starkregen, Versiegelung, Grünflächen oder Wasserhaushalt sollten auf regionaler Ebene aufbereitet werden, um die Priorisierung, Begründung und Erfolgskontrolle von Maßnahmen zu erleichtern.
5. Austausch mit Praxisbezug organisieren⌄
Regelmäßige, thematisch fokussierte Netzwerke und Werkstätten helfen, Erfahrungen zwischen Kommunen, Unternehmen, Verbänden, Wissenschaft und Verwaltung auszutauschen.
6. Förderzugänge vereinfachen und Finanzierung sichern⌄
Förderinformationen sollten durch die regionale Ebene aufbereitet und dadurch für Kommunen leicht auffindbar sein. Eigene Förderansätze sollten niedrigschwellig zugänglich, einfach auffindbar und verlässlich nutzbar sein.
7. Politische Verbindlichkeit stärken⌄
Gemeinsam mit Kommunen erarbeitete Leitbilder und Positionspapiere entfalten vor allem dann Wirkung, wenn sie mit klaren Zielen, Zuständigkeiten, Ressourcen und Umsetzungsinstrumenten verbunden werden.
8. Strukturwandel als Chance nutzen⌄
Wirtschaftliche Transformationsprozesse bieten die Chance, Flächeneffizienz und Klimaanpassung bei der (Weiter-)Entwicklung von Gewerbegebieten frühzeitig über kommunale Grenzen hinweg mitzudenken.

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Die vollständige Auswertung enthält detaillierte Ergebnisse der regionsübergreifenden Expert*innenbefragung, regionale Praxisbeispiele sowie Empfehlungen für die weitere Entwicklung nachhaltiger und klimaangepasster Gewerbegebiete.
Der Vollständige Bericht folgt in Kürze 

Projektlaufzeit 1.1.2025 – 31.12.2027
Förderkennzeichen 67DABN051 A-C
Projektträgerin ZUG

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