Übersicht möglicher Leistungen der Wirtschaftsförderung
Multifunktionale Flächennutzung in Gewerbe- und Industriegebieten
Die Wirtschaftsförderung kann die Grundstückseigentümer:innen und Unternehmen in vielfältigen Belangen unterstützen:
Beratung
Was kann ich tun:
Als Wirtschaftsförderung übernehmen Sie eine zentrale Rolle bei der Unterstützung der Unternehmen. Durch gezielte Beratung können Sie die Umsetzung von Klimaschutz- und Anpassungsmaßnahmen effektiv fördern durch:
- Vermittlung von Klimachecks als Dienstleistung
- Durchführung von Flächenpotential-Scans im Gebiet
- Aufzeigen von Best-Practice-Beispielen
- Anbietung von Sprechstunden
- Durchführung von Workshops im Gewerbegebiet zu Themen der Klimaanpassung, z.B. in Kooperation mit regionalen Energieagenturen, Umweltzentren, Verkehrsverbund, IHK, Förderbanken etc.)
- Durchführung von Sammel- oder Einzelberatung für Unternehmen durch lokale Beratungsanbieter (z.B. Energieberater, Energieagentur des Landes, IHK)
Weiterführende Informationen und Links:
- Grün statt Grau – Gewerbegebiete im Wandel: Leitfaden für Kommunen zur Beratung von Unternehmen
- Beispiel für Infomaterial zu Beratungsleistung: Flyer der Wirtschaftsförderung Frankfurt GmbH
- Beispiel für niederschwellige Beratungsangebote über Ihre Website: Wirtschaftsförderung Leverkusen GmbH – Unser Service für Unternehmen in Leverkusen
- Die bundesweite Übersicht zu Klimavorsorgediensten bietet umfangreiche Leitfäden, Werkzeuge, Webportale oder Klimadaten für unterschiedliche Zielgruppen und räumliche Bezugsgrößen: KLiVO Portal – Dienste
- Flächenpotential-Scan: VERLINKUNG Checkliste Potentialflächen
- VERLINKUNG Wila Potential-Check
- VERLINKUNG Best-Practice-Beispiele Natur Urban
Sensibilisierung
Was kann ich tun:
- Problembewusstsein schaffen: Unternehmen sollen die klimatischen Risiken und ökologischen Herausforderungen für ihr Gewerbegebiet erkennen, z. B. Hitzebelastung, Starkregen oder energetische Belastung. Maßnahmen: Informationsveranstaltungen, Fachvorträge, Vorstellung lokaler Beispiele
- Nutzen aufzeigen: Zeigen Sie konkrete Vorteile nachhaltiger Maßnahmen auf: Kostenersparnis, Fördermittel, Imagegewinn, Zukunftssicherheit. Praxisbeispiele aus anderen Betrieben verdeutlichen, dass sich Investitionen in Energieeffizienz oder Begrünung langfristig rechnen
- Vernetzen Sie die Unternehmen untereinander sowie mit Expert:innen, Behörden und Hochschulen. Gemeinsame Projekte im Gewerbegebiet (z. B. PV- oder Ladeinfrastruktur, Regenwassermanagement) erzielen einen größeren Effekt und reduzieren Kosten.
Anreize schaffen: Anerkennung motiviert zur Umsetzung: Labels, Zertifikate oder Auszeichnungen für Vorreiterbetriebe steigern das Engagement und wirken nach außen als Standortimage und Ansiedlungsargument.
Maßnahmen: Einführung kommunaler Auszeichnungen oder Hilfestellung zur Erlangung übergreifender Auszeichnungen
Weiterführende Informationen und Links:
- VERLINKUNG Best-Practice Natur Urban
- Beispiele für Labels, Zertifikate oder Auszeichnungen:
- G³ – Grünes Gewerbegebiet (Mecklenburg‑Vorpommern)
Dieses Label wird vom Land Mecklenburg‑Vorpommern vergeben und richtet sich explizit an Gewerbe‑ und Industriegebiete, die nachhaltige Entwicklung in den Bereichen erneuerbare Energien, Ressourceneffizienz, Mobilität etc. vorantreiben. Weitere Infos: G³ – Grüne Gewerbegebiete
- Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB)
Die DGNB bietet eine Zertifizierung für Gewerbegebiete an, mit Kriterien zur ganzheitlichen Nachhaltigkeitsbewertung auf Gebietsebene. Weitere Infos: DGNB Zertifizierung
- Deutscher Award für Nachhaltigkeitsprojekte
Preis für Unternehmen oder Organisationen mit nachhaltigen Projekten bzw. Engagement. Weitere Infos: Deutscher Award für Nachhaltigkeitsprojekte
- BREEAM – Ein internationales Zertifikat zur Bewertung der Nachhaltigkeit von Gebäuden, Beispiel: FOUR PARX MACH 2 (Hamburg) Weitere Infos: BREEAM Zertifizierung
Fördermittel
Was kann ich tun:
- Beratung zu Finanzierungsmodellen, Anforderungen und Beantragung von Fördermitteln
- Informationen über aktuelle Förderprogramme teilen (z.B. Newsletter, Workshops, Infoveranstaltungen oder Informationen über die Homepage der Wirtschaftsförderung)
- Kontakte zu passenden Fördermittelgebern vermitteln
- Individuelle Beratungstermine anbieten etc. (s. unter Reiter „Beratung“)
Weiterführende Informationen und Links:
- Jedes Bundesland hat eigene Förderbanken, Energieagenturen oder Landesämter, die zu bestimmten Fördermitteln und Finanzierungsmodellen beraten können
- Informationen über aktuelle Förderprogramme:
Bund: z.B. BAFA, KfW, BMUV
Länder: z.B. Energie- oder Klimaschutzförderungen
EU: z.B. EFRE, Horizon Europe, LIFE
Beispiele für bestehende Förderprogramme:
Aufbau Netzwerk
Was kann ich tun:
Ein gut organisiertes Unternehmensnetzwerk stärkt die Vernetzung, Zusammenarbeit und Wissensvermittlung innerhalb eines Gewerbegebiets und fördert gleichzeitig nachhaltige und klimaangepasste Maßnahmen. Als Wirtschaftsförderer können Sie folgende Aktivitäten übernehmen:
- Aufbau und Begleitung eines Unternehmensnetzwerks
- Durchführung von Erfahrungsaustauschen und Workshops
- Kooperation mit externen Angeboten (z.B. IHK, ZKA)
- Sicherung von Expertenwissen
Von erfolgreichen Unternehmensnetzwerken lassen sich folgende Arbeitsschritte für Ihr Gebiet ableiten:
- Beginnen Sie mit einem kleinen Kern aktiver Unternehmen
- Bieten Sie regelmäßige Formate: Workshops, Netzwerktreffen, Arbeitsgruppen zu Themen wie Energie, Mobilität, Begrünung.
- Vernetzen Sie externen Fachakteure (z. B. Energieagenturen, IHK, Beratungsunternehmen) mit dem Netzwerk‑Kern.
- Kommunizieren Sie sichtbare Ergebnisse (z. B. gemeinsames Projekt, Best‑Practice) um Motivation für alle Unternehmen zu erhöhen.
- Schaffen Sie Verbindlichkeit: Einteilung von Arbeitsgruppen und Vergabe von Arbeitsaufträgen, um Kontinuität zu sichern
- Stellen Sie den Mehrwert heraus: Kostenersparnis, Image, Fördermittel, Wettbewerbsvorteile
Weiterführende Informationen und Links:
Beispiele für gut strukturierte Unternehmensnetzwerke:
- Unternehmensnetzwerk Moabit e.V. (Berlin, Gewerbegebiet Moabit)
Verfolgt das Ziel, Standortbedingungen zu verbessern, Kooperationen zwischen Unternehmen zu fördern und Themen wie Energieeffizienz und Klimaanpassung („AG Green Moabit“) aktiv zu bearbeiten. Weitere Infos: Unternehmensnetzwerk Moabit - Unternehmensnetzwerk Großhülsberg (Remscheid, Gewerbegebiet Großhülsberg)
Als Teilprojekt des Forschungsverbundes „Grün statt Grau – Gewerbegebiete im Wandel“ mit dem Fokus auf Nachhaltigkeit gegründet. Maßnahmen wie Begrünung, Entsiegelung, Förderung von Dach‑ und Fassadenbegrünung wurden gemeinsam mit Unternehmen angegangen. Weitere Infos: Nachhaltiges Unternehmensnetzwerk Großhülsberg
Aufbau Datenbasis
Was kann ich tun:
Eine solide Datenbasis ermöglicht zielgerichtete Planung (z. B. PV-Cluster, Retention), Monitoring von Maßnahmen, Förderfähigkeit und Transparente Kommunikation mit Unternehmen und Fördergebern. Als Wirtschaftsförderung können Sie die Datenstrategie wie folgt gestalten:
- Festlegung messbarer Indikatoren, die den Fortschritt bei Klimaanpassung messen (z.B. Flächenanteil begrünter Dächer, Wasserverbrauch, Anzahl teilnehmender Unternehmen bei Klimaprojekten)
- Zusammenarbeit mit der kommunalen Stadtplanung und Klimamanagement:
- Identifikation vorhandener Datenquellen / Lücken und Erfassung
- Strategieentwicklung / Monitoring
- Aufbereitung von Daten für alle relevanten Akteure
Durchführung von Umfragen in den Gewerbegebieten, um das Meinungsbild der ansässigen Betriebe zu kennen
Weiterführende Informationen und Links:
Beispiele für sinnvolle Indikatoren:
- Energieverbrauch gesamt (kWh/Jahr) – aggregiert pro Betriebsgruppe (Freiwillige Unternehmensbefragung oder anonymisierte Energiedaten vom Versorger; Datenschutz prüfen)
- Anteil Dachfläche mit PV-Eignung (m²) (Landes-Solarkataster, kommunale GIS-Daten, Luftbilder)/ tatsächliche installierte PV (kWp) (Unternehmensbefragung, Öffentliche MaStR-Daten mit Unternehmensangaben kombinieren)
- Versiegelungsgrad (%) und Entsiegelte Flächen (m²) (Luftbilder, Unternehmensbefragung)
- Temperatur / Mikroklima-Veränderung (°C) (Kombination aus offiziellen Messstationen & eigenen Sensoren möglich)
- Anzahl umgesetzter Maßnahmen (Gründächer, Ladesäulen, Retentionsflächen)
- Anzahl teilnehmender Unternehmen / Netzwerkaktivität
Gebietsmanagement
Was kann ich tun:
Ein effektives Gebietsmanagement sorgt dafür, dass alle Maßnahmen im Gewerbegebiet koordiniert, umgesetzt und langfristig überwacht werden. Als Wirtschaftsförderung können Sie folgende Aufgaben übernehmen:
- Projektkoordination für alle gebietsweiten Maßnahmen (z.B. Retentionsanlagen, PV-Cluster, Mobilitäts-Hubs)
- Flächen- und Infrastrukturmanagement
- Steuerung des Netzwerks
- Erstberatungen zu Klimarisiken, Fördermitteln, Genehmigungen
- Monitoring
Weiterführende Informationen und Links:
Beispiele für die Etablierung eines Gebietsmanagement:
- Frankfurt: Nachhaltiges Gewerbegebiet Fechenheim-Nord / Seckbach
Die kommunale Wirtschaftsförderung hat gemeinsam mit dem Klimareferat ein Standortbüro aufgebaut; ein Klimamanager ist seit 2017 zentraler Ansprechpartner für Unternehmen zu den Themen Energieeffizienz, PV, Mobilität, Regenwasser und Begrünung. Das Projekt verbindet Projektkoordination, Unternehmensansprache, Workshops und Förderlotsen. Weitere Infos: Nachhaltiges Gewerbegebiet Frankfurt am Main
- Kassel: Industriepark Kassel-Waldau
Das Gebietsmanagement wird maßgeblich von der Wirtschaftsförderung Region Kassel koordiniert, die Netzwerk‑ und Standortmanagement für den Industriepark übernimmt. Darunter fallen u.a. die Durchführung von themenbezogenen Workshops und Fachveranstaltungen sowie die Initiierung und Begleitung von Pilotmaßnahmen in enger Zusammenarbeit mit den ansässigen Unternehmen. Im Gebiet wurde 2023 eine aufsuchende Energieberatung als Angebot für Unternehmen implementiert. Sie umfasst Themen wie Energie Audit, Transformationspläne, Eignung der Dächer für PV-Anlagen, Abwärmenutzung. Weitere Infos: Transformationsplan Klimaneutralität Industriepark Waldau
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