Unternehmensflächen im Fokus

Die wirkungsvollsten Maßnahmen finden sich an Gebäuden und auf Unternehmensflächen. Insbesondere wenn Begrünungsmaßnahmen im Fokus stehen, um Klimaanpassung, Aufenthaltsqualität und Biodiversität zu verbessern, sind die Spielräume auf öffentlichen Flächen in Gewerbegebieten häufig gering. Der halböffentliche und private Raum gewinnt daher doppelt an Bedeutung. Aus diesem Grund stehen hier die Unternehmensflächen im Mittelpunkt. Als praktische Unterstützung werden Maßnahmen vorgestellt, die besonders gut auf Gewerbeflächen umgesetzt werden, teilweise auch, weil sie einen schrittweisen Einstieg in die Gesamtgestaltung des Firmengeländes erlauben.

Bedarf und Ziele

Bestehende Gewerbegebiete besitzen große Potenziale für die nachhaltige Stadtentwicklung. Häufig bedarf es nur kleiner Schritte, um diese Potenziale auszuschöpfen und Gewerbegebiete entsprechend zu gestalten.

Die Motivation für einer natürliche Gestaltung kann sehr unterschiedlich sein. Die Umsetzungsmöglichkeiten können den individuellen Bedürfnissen angepasst werden, sodass geeignete Maßnahmen für das jeweilige Unternehmen und den Standort entwickelt werden. Vorteile sind u.a.:

  • Mikroklimatische Regulierungen der Umgebung; im Sommer werden Extremtemperaturen durch grüne Flächen und Strukturen deutlich gemindert.
  • Wirkung von Gebäudebegrünungen auf das Innere des Gebäudes, Regulation der Innentemperatur, Mildern von Temperaturextremen.
  • Kosten- und Energieeinsparungen.
  • Pragmatischer Einstieg in die Themen Biodiversität und Nachhaltigkeit.
  • Gesteigerte Aufenthaltsqualität, positive Auswirkungen auf Belegschaft und Besucher*innen
  • Höhere Erholungswirkung von grünen Flächen; kann gesundheitssteigernd wirken.
  • Beitrag zum Öko-Audit EMAS und der Umweltmanagementnorm ISO 14001.

Natürlich gibt es teilweise auch Vorbehalte, sich auf eine Grüngestaltung. Diese reichen von Unsicherheiten bei Pflanzenauswahl und Pflege bis hin zu Sorgen um die Bausubstanz bei Dach- und Fassadenbegrünung. Dabei schützen bei der richtigen Pflanzenauswahl gerade begrünte Dächer und Fassaden die Bausubstanz, wodurch längere Renovierungszyklen entstehen. Auch können Energiekosten für Heizung und Kühlung durch die dämmende Funktion der Fassadenbegrünung gespart werden.

So erkennen sie eine gute Beratung

Die praktische Umsetzung umfasst unterschiedliche Aspekte der Beratung. Sie enthält neben Vor- und Nachbesprechungen die Analyse der Situation am Standort sowie die Entwicklung von Maßnahmen zur Steigerung von Biodiversität, Klimaschutz bzw. -anpassung und Standortqualität. Im Vorgespräch werden Rahmenbedingungen wie Besitzverhältnisse, gewünschte Umgestaltung, Budget und planerische Faktoren besprochen. Darauf aufbauend werden bei der Analyse des Gebietes vor Ort verschiedene Flächentypen und passende Maßnahmen entwickelt. Eine erste Sondierung der Flächenpotenziale erfolgt über Luftbilder und Fotografien.

Zu beachtende Bereiche sind u. a. Gebäude und potenzielle Entwicklungsflächen, aber auch Lebensraumstrukturen und versiegelte Flächen stehen im Fokus der Betrachtung. Auf der begutachteten Fläche werden die potenziellen Maßnahmen am Standort besprochen, sowie Hinweise und Möglichkeiten für die Umsetzung gegeben. Ein Bericht hält Ausgangszustand, Maßnahmenvorschläge und Hintergrundinformationen schriftlich fest. Detailfragen bei der Planung sollten immer mit jeweiligen Sachverständigen geklärt werden. Im Anschluss an die praktische Umsetzung werden in mehreren Nachgesprächen die Umsetzungen und der Erfolg der Aufwertungen evaluiert.

Empfehlenswerte Massnahmen

  • Multifunktionale Flächennutzung:

Im Idealfall wird eine Fläche nicht nur temporär, sondern dauerhaft multifunktional genutzt. Dabei geht es nicht um eine Multicodierung zu Planungszwecken, sondern um das Ausschöpfen von Potenzialen im Bestand. Eine Unternehmensfläche ist dann beispielsweise gleichzeitig Parkplatz und Versickerungsfläche.

  • Naturnahe Regenwasserbewirtschaftung:

Niederschlagswasser in Retentionsgräben und -mulden zu versickern, zu speichern und zu verdunsten ist in vielen Gebieten bereits Realität, um den natürlichen Wasserkreislauf zu stärken und zusätzlich Starkregen zu puffern. Hier kann eine Bepflanzung stattfinden, die auf wechselfeuchte Bedingungen eingestellt ist.

  • Entsiegelung:

Viele asphaltierte Flächen müssten von ihrer Funktion her nicht versiegelt sein. Offener Boden dient als CO2-Speicher, als Retentions- und Vegetationsfläche und verbessert das Mikroklima und die Aufenthaltsqualität – ein wichtiges Argument für die Bindung von Fachkräften.

  • Baum- und Heckenpflanzung:

Erwartbar sind Verbesserungen hinsichtlich Luftqualität, Mikroklima, Windgeschwindigkeit, Wassermanagement oder ökologischer Vielfalt. Neben ihrer Funktion als Abtrennung und Sichtschutz produzieren Bäume Sauerstoff, filtern die Luft und dienen als „Grüne Lunge“ des Gebiets.

  • Flächensparen:

Gemeinsame Nutzung der Lagerfläche mit dem Nachbarn oder das Aufstocken von Gebäuden bis zur maximalen Höhe laut B-Plan ermöglichen es, andere Flächen unbebaut zu belassen und damit Klima und Biodiversität zu schützen.

  • Gebäudebegrünung und Solardach:

Viele gewerblich genutzten Gebäude haben Flachdächer, deren Traglast zum großen Teil für PV oder/und extensive Begrünung geeignet ist. Fassadenbegrünungen können die sommerliche Hitzebelastung reduzieren. Diesen gleichzeitigen Gewinn für Klimaschutz, Klimaanpassung und Biodiversität (je nach Bepflanzung) zu fördern, ist ein erklärtes Ziel.

  • Natürliche Baustoffe und Zirkularität:

Ein gerne übersehenes, aber sehr energierelevantes Feld ist das ressourceneffiziente Bauen und die Nutzung natürlicher Baustoffe. Die meisten Erfahrungen in diesem Bereich werden derzeit mit Holzbauweise, betonsparender Bauweise und der Wiederverwendung von Bauteilen gemacht. Hier naturbasierte Lösungen zu etablieren, ist in allen genannten Zielfeldern zukunftsweisend.

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