Kommune Wallenhorst
Blühstreifen auf Brachfläche, Kommune Wallenhorst
Kommune: Wallenhorst
Multifunktionalität: Blühstreifen auf Brachfläche (klimat. und Innen wie Außenwirkung):

Konzeption:
In der Kommune Wallenhorst (Landkreis Osnabrück) wurden in den letzten Jahren mehrere Brach- und Rasenflächenflächen sowie kommunale Randstreifen in artenreiche Blühflächen mit regionalen Wildpflanzen umgewandelt. An verschiedenen Stellen, wie z. B. an Kreisverkehren, Regenrückhaltebecken und Straßenrändern blüht es nun. Die Wallenhorster Blühflächen werden je nach Bodenbeschaffenheit gar nicht, einmal oder teilweise unter Abtrag des Mähguts gemäht. Wichtig für die Anlage und das Bestehen jeder Blühfläche ist ein Nährstoffarmer, sonniger Standort. So wurde 2020 auf einer gemeindeeigenen Fläche an einem Kreisverkehr direkt an der Anschlussstelle der B68, Nähe Hansastraße eine Blühwiesenaussaat durchgeführt. Die Fläche grenzt an das Gewerbegebiet an der Hansastr.an/befindet sich in dem Gewerbegebiet an der Hansastr. Die Maßnahme wurde im Frühjahr umgesetzt. Nach einer Auflockerung des Bodens wurde ausgedienter Spielplatzsand zum Abmagern der Fläche aufgetragen, danach erfolgte die Aussaat mit der „Osnabrücker Mischung“, eine Zusammenstellung aus einjährigen und mehrjährigen Wildpflanzen die eigens für die Region entwickelt wurde. Gerade in Gewerbegebieten – wo versiegelte Flächen, monotone Rasenstreifen und wenig ökologische Vielfalt dominieren – entfalten sie eine erstaunlich große Wirkung. Tiefwurzelnde Pflanzen lockern den Boden, erhöhen die Wasserspeicherfähigkeit und fördern Humusaufbau. Die biologische Vielfalt wurde durch die zum Großteil sehr trockenheitsverträglichen und widerstandsfähigen Arten deutlich erhöht. Im Gegensatz zu Schotter oder kurz gemähtem Rasen nehmen Blühflächen Regenwasser besser auf und entlasten so auch die Kanalisation. Gewerbegebiete heizen sich stark auf. Blühflächen kühlen durch Verdunstung und reduzieren die Oberflächentemperatur. Mehr Biomasse bedeutet auch mehr Kohlenstoffbindung. Ein Beitrag zum Klimaschutz und Anpassung. Des Weiteren leistet die Maßnahme einen wichtigen Beitrag zur Artenvielfalt. Blühstreifen bieten Nahrung und Lebensraum für Wildbienen, Schmetterlinge, Käfer und Vögel. Besonders in Gewerbegebieten entstehen dadurch wichtige Trittsteinbiotope. Mehr Bestäuber bedeuten auch Vorteile für umliegende Gärten, Streuobstwiesen oder landwirtschaftliche Flächen. Das attraktivere Erscheinungsbild von Blühflächen steigert die Aufenthaltsqualität für Mitarbeitende und Besucher. Unternehmen können ihr Engagement für Nachhaltigkeit sichtbar machen und dadurch ihr Image stärken. Nicht zuletzt hat diese Maßnahme auch eine Signalwirkung und kann gut als Beginn für weitere blaugrüne Klimaanpassungsmaßnahmen eingesetzt werden. Viele Kommunen und Länder unterstützen Blühflächen finanziell. In Wallenhorst wurde die Maßnahme von der Gemeinde selbst umgesetzt. Dadurch konnten mehrjährige Pflegekonzepte statt kurzfristiger „Blumenwiesenaktionen“ umgesetzt werden. Zugleich wurde auch Öffentlichkeitsarbeit betrieben um mehr Bewusstsein für Biodiversität und Klimaanpassung zu schaffen. Weitere Vorteile für Unternehmen und Kommunen liegen in den geringen Pflegekosten. Eine ein- bis zweimalige Mahd pro Jahr reicht aus.
Klimawirkung:
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Übertragbarkeit auf GI/GE:
Geringer Aufwand, große Wirkung für die Biodiversität, Klimaanpassung. Positive Strahlwirkung in die Umgebung (Kunden, andere Unternehmen), Kommune. Sehr öffentlichkeitswirksam.
Kontakt:
Isabella Markfort
Tel: 05407 888-730
isabella.markfort@wallenhorst.de
https://www.wallenhorst.de/wirtschaft-bauen/umweltschutz/gruen-statt-grau.html