©Isabella Markfort

Kommune Wallenhorst

Öffentliche Verkehrsfläche

Blühstreifen auf Brachfläche, Kommune Wallenhorst

 

Kommune: Wallenhorst
Multifunktionalität: Blühstreifen auf Brachfläche (klimat. und Innen wie Außenwirkung):

©Isabella Markfort

Konzeption:

In der Kommune Wallenhorst (Landkreis Osnabrück) wurden in den letzten Jahren mehrere Brach- und Rasenflächenflächen sowie kommunale Randstreifen in artenreiche Blühflächen mit regionalen Wildpflanzen umgewandelt. An verschiedenen Stellen, wie z. B. an Kreisverkehren, Regenrückhaltebecken und Straßenrändern blüht es nun. Die Wallenhorster Blühflächen werden je nach Bodenbeschaffenheit gar nicht, einmal oder teilweise unter Abtrag des Mähguts gemäht. Wichtig für die Anlage und das Bestehen jeder Blühfläche ist ein Nährstoffarmer, sonniger Standort. So wurde 2020 auf einer gemeindeeigenen Fläche an einem Kreisverkehr direkt an der Anschlussstelle der B68, Nähe Hansastraße eine Blühwiesenaussaat durchgeführt. Die Fläche grenzt an das Gewerbegebiet an der Hansastr.an/befindet sich in dem Gewerbegebiet an der Hansastr. Die Maßnahme wurde im Frühjahr umgesetzt. Nach einer Auflockerung des Bodens wurde ausgedienter Spielplatzsand zum Abmagern der Fläche aufgetragen, danach erfolgte die Aussaat mit der „Osnabrücker Mischung“, eine Zusammenstellung aus einjährigen und mehrjährigen Wildpflanzen die eigens für die Region entwickelt wurde. Gerade in Gewerbegebieten – wo versiegelte Flächen, monotone Rasenstreifen und wenig ökologische Vielfalt dominieren – entfalten sie eine erstaunlich große Wirkung. Tiefwurzelnde Pflanzen lockern den Boden, erhöhen die Wasserspeicherfähigkeit und fördern Humusaufbau. Die biologische Vielfalt wurde durch die zum Großteil sehr trockenheitsverträglichen und widerstandsfähigen Arten deutlich erhöht. Im Gegensatz zu Schotter oder kurz gemähtem Rasen nehmen Blühflächen Regenwasser besser auf und entlasten so auch die Kanalisation. Gewerbegebiete heizen sich stark auf. Blühflächen kühlen durch Verdunstung und reduzieren die Oberflächentemperatur. Mehr Biomasse bedeutet auch mehr Kohlenstoffbindung. Ein Beitrag zum Klimaschutz und Anpassung. Des Weiteren leistet die Maßnahme einen wichtigen Beitrag zur Artenvielfalt. Blühstreifen bieten Nahrung und Lebensraum für Wildbienen, Schmetterlinge, Käfer und Vögel. Besonders in Gewerbegebieten entstehen dadurch wichtige Trittsteinbiotope. Mehr Bestäuber bedeuten auch Vorteile für umliegende Gärten, Streuobstwiesen oder landwirtschaftliche Flächen. Das attraktivere Erscheinungsbild von Blühflächen steigert die Aufenthaltsqualität für Mitarbeitende und Besucher. Unternehmen können ihr Engagement für Nachhaltigkeit sichtbar machen und dadurch ihr Image stärken. Nicht zuletzt hat diese Maßnahme auch eine Signalwirkung und kann gut als Beginn für weitere blaugrüne Klimaanpassungsmaßnahmen eingesetzt werden. Viele Kommunen und Länder unterstützen Blühflächen finanziell. In Wallenhorst wurde die Maßnahme von der Gemeinde selbst umgesetzt. Dadurch konnten mehrjährige Pflegekonzepte statt kurzfristiger „Blumenwiesenaktionen“ umgesetzt werden. Zugleich wurde auch Öffentlichkeitsarbeit betrieben um mehr Bewusstsein für Biodiversität und Klimaanpassung zu schaffen. Weitere Vorteile für Unternehmen und Kommunen liegen in den geringen Pflegekosten. Eine ein- bis zweimalige Mahd pro Jahr reicht aus.

Klimawirkung:

          

Übertragbarkeit auf GI/GE:

Geringer Aufwand, große Wirkung für die Biodiversität, Klimaanpassung. Positive Strahlwirkung in die Umgebung (Kunden, andere Unternehmen), Kommune. Sehr öffentlichkeitswirksam.

Kontakt:

Isabella Markfort

Tel: 05407 888-730

isabella.markfort@wallenhorst.de

https://www.wallenhorst.de/wirtschaft-bauen/umweltschutz/gruen-statt-grau.html


©F. Borscz, Stadt Gummersbach

Wendehammer, Gummersbach

Öffentliche Verkehrsfläche

Kommune: Gummersbach
Naturbasierte Maßnahme:  Begrünung von Verkehrsinseln (Innen und Außenwirkung):

Konzeption:

Die Stadt Gummersbach hat 2023 im Gewerbegebiet Windhagen-West vier Mittelinseln von Wendeschleifen entsiegelt und naturnah begrünt. Die Verkehrsinseln liegen an der Fraunhofer-, Kirchhoff- und Bunsenstraße. Durch die naturnahe Begrünung sollen sie positive Akzente auch für die Gewerbegebieten setzen. Die Entsiegelungsfläche betrug jeweils zwischen 100m² und 70m². Nach dem Abtragen des Asphalts wurde das Erdreich mit Gestein Split versetzt, um den Erdhorizont abzumagern, damit die Stauden und Naturwiese sich gut entwickeln können. Es wurden Pflaster-/Schotterrasen mit Steinhaufen (dienen Kleintieren als Unterschlupf), Mager-/Sandrasen mit Wildkräutern, sowie ein wärmeliebender Totholzstreifen angelegt. Dadurch bieten die Verkehrsinseln Insekten und Kleintieren einen hochwertigen Lebensraum. Die Flächen sollen sich weiter entwickeln und wurden daher teilweise sich selbst überlassen, um den Biotop-Charakter zu verstärken. Die entsiegelten Kreisverkehre sollen einen Rückzugsraum für Pflanzen, Insekten und Kleinstlebewesen bieten, aber auch Starkregenereignisse abmildern. Versickerungsflächen wie diese wirken sich positiv auf das Stadtklima aus. Wasser kann im Boden aufgenommen und gespeichert werden. Bei Hitze kann Wasser wieder über Verdunstung (Boden) oder Transpiration (Pflanzen) abgegeben werden. Verdunstendes Wasser kühlt bei Hitze die direkte Umgebung. Damit leisten die vier Verkehrsinseln nicht nur einen wichtigen Beitrag zur Steigerung der Biodiversität, sondern auch der Klimaresilienz in dem ansonsten stark versiegelten Gewerbegebiet. Die Kosten der Entsiegelung und Neugestaltung beliefen sich auf ca. 70.000€. Um die Planung kümmerte sich das Klimaschutzmanagement im Austausch mit dem Baubetriebshof. Die Maßnahmen wurden vollständig (100 %) durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE,REACT-EU) finanziert und bis Ende April 2023 abgeschlossen.Die Maßnahme ist in der Lage viel öffentliche Wahrnehmung zu generieren und Akzente für die anliegenden Gewerbegebiete zu setzen. Sie erfordert gute Ansprachen zwischen den verschiedenen Ämtern (Baubetriebshof, Amt für Stadtentwicklung und Klimaschutz).

 

©F. Borscz, Stadt Gummersbach
©F. Borscz, Stadt Gummersbach

Klimawirkung:

          

 

Umsetzbarkeit im GI/GE:

hoher finanzieller Aufwand, daher ist eine Einbindung in ein Förderprogramm sinnvoll, Positive Strahlwirkung in das Gewerbegebiet, öffentlichkeitswirksam

Kontakt:

Stadt Gummersbach,

Fachbereich Stadtentwicklung und Klimaschutz

Jakob Kadura

jakob.kadura.de

Weitergehende Informationen: Entsiegelungen – Klima und Energie – Hier zu Hause – www.gummersbach.de

©F. Borscz, Stadt Gummersbach

©Zukunftsinitiative Klima.Werk/EGLV

Verkehrsinsel, Dinslaken

Öffentliche Verkehrsfläche

 

Kommune: Dinslaken
Naturbasierte Maßnahme: Naturbasierte Maßnahmen: Schaffung einer
Retentionsmulde als grüne
Verkehrsinsel (Innen und
Außenwirkung)

 

Konzeption:
Gemeinsam haben die Stadt Dinslaken und die Zukunftsinitiative Klima.Werk an der Kreuzung Hünxer Straße/Gerhard-Malina-Straße eine Starkregen-Überflutungsfläche geschaffen. Der Bau der Anlage begann Ende Januar 2021. Die Mulde in Dinslaken befindet sich direkt im Kreuzungsbereich angrenzend an die Gewerbegebiete Mitte und Gerhard-Malina-Straße. Sie umfasst eine Fläche von ca. 350 Quadratmetern. Vor den Baumaßnahmen wurde der Boden auf seine Versickerungsfähigkeit geprüft, anschließend die Regenmulde ausgehoben. 15 Stufen führen in die 2,45 Meter tiefe Mulde, 265 Kubikmeter Regenwasser kann die Überflutungsfläche in kürzester Zeit auffangen. Sie entlastet damit die nahegelegene Kreuzung und das Kanalnetz. Danach kann das Wasser auch Stück für Stück wieder im Untergrund versickern und teilweise von der unterirdischen Kanalisation abgeleitet werden. Die Retentionsmulde soll in Zukunft die Folgen von extremen Starkregenereignissen abmildern. Retentionsräume sowie Verdunstungs- und Versickerungsflächen wirken sich positiv auf das Stadtklima aus. Verdunstendes Wasser kühlt bei Hitze die direkte Umgebung. Bauwerke wie die Regenmulde in Dinslaken sind damit ein elementarer Baustein des Schwammstadtkonzeptes und ein wichtiger Beitrag für mehr Klimaresilienz in städtischen Bereichen. Die planungsrechtliche Sicherung der Fläche erfolgte durch ihre Aufnahme in den Bebauungsplan. Für die Planung und bauliche Umsetzung war der Fachdienst Tiefbau der Stadt Dinslaken verantwortlich. Das Klima.Werk unterstütze das Projekt durch die Akquise von Fördermitteln. Mit einer Summe von 55.000 Euro wurde die Maßnahme vom Land NRW über das Ruhrkonferenz-Projekt “Klimaresiliente Region mit internationaler Strahlkraft“ gefördert. Die Maßnahme ist in der Lage Wetterextreme aufzufangen und sollte als Vorsorge in Starkregen gefährdeten und besonders versiegelten Bereichen wie Innenstädten und Gewerbegebieten umgesetzt werden.

©Zukunftsinitiative Klima.Werk/EGLV

Klimawirkung:

    

 

Umsetzbarkeit im GI/GE:
Gut bei einer Neubaumaßnahme, höherer Aufwand
durch stat. Vorrausetzungen. Sehr starke
Ausstrahlungswirkung.

Kontakt: Stadt Dinslaken
Stabsstelle Stadtentwicklung
Marcus Beck
Marcus.beck@dinslaken.de

Weitergehende Informationen: https://www.klima-
werk.de/klimaprojekte/ueberflutungsflaeche-
dinslaken

©Zukunftsinitiative Klima.Werk/EGLV

© cima/2026 (KI-gestützt)

Cemex Deutschland AG, Rüdersdorf

Öffentliche Verkehrsfläche

Umbau Cemex Mitarbeiterparkplatz in der Gemeinde Rüdersdorf bei Berlin

 

Kommune: Stadt Rüdersdorf bei Berlin (BE)
Multifunktionalität: Klimaanpassung (Regenwasserversickerung + Hochwasser-/Überflutungsschutz) + Stellplätze

© cima/2026 (KI-gestützt)

Konzeption:

Der Mitarbeiterparkplatz der Cemex Deutschland AG in der Gemeinde Rüdersdorf bei Berlin wurde im Jahr 2016 erneuert und mit dem wasserdurchlässigen Dränbeton Pervia® Top gestaltet. Durch den speziellen Hohlraumgehalt des Materials kann Regenwasser direkt vor Ort versickern, wodurch die Kanalisation entlastet und das Wasser effizient vor Ort zurückgehalten wird.

Die Fläche ist langlebig, belastbar und fugenlos ausgeführt, sodass eine gleichmäßige Nutzung möglich ist. Mit dem Einsatz von Dränbeton wird gezeigt, wie Industrie- und Gewerbeflächen ökologisch sinnvoll gestaltet werden können. Die Maßnahme kombiniert Funktionalität und Nachhaltigkeit, reduziert die Oberflächenversiegelung, ermöglicht einen schonenden Umgang mit Regenwasser und unterstützt ein klimagerechtes Wasser­management. Auf der Homepage der Cemex AG, die selbst Beton in verschiedenen Varianten herstellt, liegen Informationen über die aktuellen (Drän)betonpreise vor: Beton Preise pro m3 | CEMEX Deutschland AG – Cemex

Klimawirkung:

       

Übertragbarkeit auf GI/GE:
sehr gut – Dränbeton-Parkflächen lassen sich problemlos auf anderen GI/GE mit Stellplätzen umsetzen. Sie reduzieren Oberflächenabfluss und ermöglichen ein nachhaltiges Regenwassermanagement, ohne die alltägliche Nutzung der Fläche einzuschränken.

Kontakt:

CEMEX Deutschland AG
E-Mail: christian.kalytta@cemex.com
Tel.: 03033009240

Weitergehende Informationen:

Link: Wasserdurchlässiger Mitarbeiterparkplatz


Copyright © 2025 Natur Urban