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John Deere, Mannheim

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Dachbegrünung und Abwasserreinigung der Firma John Deere in Mannheim

 

Kommune: Stadt Mannheim (BW)
Multifunktionalität: Klimaanpassung (Regenwasserspeicherung + Hitzeschutz + intensive Dachbegrünung + Verbesserung der Luftqualität) + natürliche Abwasserbereinigung

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Konzeption:

Bei der Firma John Deere in Mannheim wurde ein 166 m² großes Sumpfpflanzendach errichtet, welches das in der Produktion anfallende industrielle Abwasser auf natürliche Weise reinigt. Das innovative System kombiniert Gebäudebegrünung mit ökologischer Wasseraufbereitung. Täglich werden 10 Kubikmeter Abwasser über die Pflanzenkläranlage gereinigt.

Das Abwasser wird von einem Produktionsgebäude auf die Dachfläche des benachbarten, über hundert Jahre alten Gebäudes geleitet, wo der Reinigungsprozess stattfindet. Damit die alte Bausubstanz die Anlage tragen kann, wurde auf übliche schwere Baukörper verzichtet. Stattdessen leitet eine freitragende Holzständerbauweise die Lasten über die Außenwände ab und reduziert so die Dachbelastung.

Immergrüne Pflanzen gewährleisten die Reinigungsleistung über das ganze Jahr hinweg. Gleichzeitig verbessert die Begrünung das Mikroklima, fördert die Biodiversität und zeigt, wie industrielle Infrastruktur ökologisch aufgewertet werden kann.

Klimawirkung:

       

 

Übertragbarkeit auf GI/GE:
gut – Flachdächer in GI/GE bieten ein hohes Potenzial für naturbasierte Wasserreinigungssysteme oder Dachbegrünung. Das Konzept ist geeignet, wenn industrielle Prozessabwässer anfallen. Voraussetzung ist eine ausreichende Dachlast bzw. eine angepasste Bauweise der Reinigungskonstruktion.

Kontakt:

John Deere GmbH & Co. KG, Mannheim

Weitergehende Informationen:

Beispiel für eine weitere Dachbegrünung mit verfahrenstechnischem Nutzen: Die ehemalige Dachbegrünung der Kelterei Possmann in Frankfurt und ihre Integration in den Kühlkreislauf des Apfelweinkellers: siehe S. 9: https://www.hlnug.de/fileadmin/dokumente/klima/klimprax/Gewerbegebiete-_klimaangepasst_und_fit_web.pdf


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Multifunktionale Gebäudenutzung, Wiesbaden

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Multifunktionale Gebäudenutzung in Wiesbaden

 

Kommune: Stadt Wiesbaden (HE)
Multifunktionalität: Klimaanpassung (Flächeneinsparung, Dachbegrünung) + Stellplätze + Aufenthaltsflächen

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Konzeption:

Das 2022 fertiggestellte Projekt vereint auf einem Grundstück Einzelhandel, Parken und Kinderbetreuung unter einem Dach und zeigt, wie unterschiedliche Nutzungen funktional miteinander kombiniert werden können. Im Erdgeschoss befindet sich eine DM-Filiale, während im 1. Obergeschoss ein Parkdeck mit einer zusätzlichen Ladenfläche realisiert wurde. Darauf wurde die zweigeschossige Kindertagesstätte geplant, die als eigenständiges „Kinderhaus“ frei auf dem Dach steht.

Die Außenspielflächen der Kita liegen auf dem begrünten Dach des Parkdecks. Hohe Umfassungsmauern schützen die Kinder dabei vor möglichen Beeinträchtigungen durch die gewerbliche Nutzung im darunterliegenden Geschoss. Alle Bereiche des Gebäudes sind barrierefrei zugänglich, sodass eine gleichberechtigte Nutzung für alle Besucher:innen und Nutzer:innen gewährleistet ist.

Klimawirkung:

   

Übertragbarkeit auf GI/GE:
gut – etwa für eine Betriebskita über einem Büro- oder Einzelhandelsgebäude. Die Flächeneffizienz wird gesteigert, zusätzliche Bodenversiegelung reduziert und eine enge räumliche Nähe zu Arbeitsplätzen geschaffen, wodurch Wegezeiten verkürzt und Synergien zwischen Betrieb(en) und Kinderbetreuung entstehen können.

Kontakt:

PLAN.B – Freie Architekten & Ingenieure
Alsenstraße 8
55252 Mainz-Kastel
E-Mail: info@planb-architekten.de
Tel.: 06134 9317200

Gemeinnützige Känguru Kindertagesstätten Wiesbaden GmbH
Bahnstr. 18
65205 Wiesbaden

Weitergehende Informationen:

Link: https://www.planb-architekten.de/projekte/multifunktionales-gebaeude-mit-kindertagestaette-einzelhandelsflaechen-und-parkdeck-in-wiesbaden/


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Parkplatz "Im Sportpark Eikel", Herne

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Parkplatz „Im Sportpark Eikel“ in der Stadt Herne

 

Kommune: Stadt Herne (NRW)
Multifunktionalität: Klimaanpassung (Regenwasserspeicherung + Hitzeschutz) + Stellplätze

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Konzeption:

Der Parkplatz „Im Sportpark Eikel“ in Herne wurde im Rahmen der Zukunftsinitiative Klima.Werk zu einem klimagerechten Parkplatz umgestaltet. Damit zeigt er, wie die multifunktionale Gestaltung von Verkehrsflächen aktiv zur Klimaanpassung beitragen können. Ausgangspunkt waren rund 2000 m² asphaltierte Fläche mit Hitzeinseleffekten und Überschwemmungsgefahr bei Starkregen. Durch versickerungsfähiges Pflaster, Baumrigolen (Unterirdische Rückhalteräume, die anfallende Niederschlagsabflüsse auf dem Parkplatz natürlich aufnehmen, speichern das Regenwasser und geben es nach und nach ab) zur Regenwasserspeicherung und eine gezielte Geländemodellierung wird Niederschlagswasser dezentral zurückgehalten, die Kanalisation entlastet und zugleich das Mikroklima verbessert. Zusätzlich sorgen Baumpflanzungen und anderweitige Begrünung für Schatten und Aufenthaltsqualität. Zwölf Quadratmeter große Pflanzgruben bieten den Bäumen ausreichende Wachstumsmöglichkeiten. In den Rigolen zwischengespeichertes Wasser dient zur Bewässerung der Bäume.

Der Umbau ist Teil des städtischen Konzepts zur Klimafolgenanpassung. Von den Investitionskosten (rund 780.000 €) wurden 665.000 € über Fördermittel des Landes NRW erbracht.

Klimawirkung:

           

 

Übertragbarkeit auf GI/GE:
gut – Firmenparkplätze gehören zu den überwiegend stark flächenbeanspruchenden Nutzungen in
GI-/ GE-Gebieten. Sofern eine Stapelung von Stellplätzen ausscheidet, ist eine multifunktionale Nutzung in der vorgestellten Form eine klimagerechte Lösung für GI-/ GE-Gebiete. Voraussetzung dürfte jedoch in der Regel eine öffentliche Förderung sein.

Kontakt:

Stadt Herne
Julia Landowski, Stadtkoordinatorin der Zukunftsinitiative Klima.Werk
E-Mail: julia.landowski@herne.de
Daniel Wirbals, Abteilungsleiter für Klima- und Immissionsschutz
E-Mail: daniel.wirbals@herne.de

Weitergehende Informationen:

Link: Klimagerechter Parkplatz Herne


© Stadt Ludwigsburg

Arsenalplatz, Stadt Ludwigsburg

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Umgestaltung Arsenalplatz in Ludwigsburg

 

Kommune: Stadt Ludwigsburg (BW)
Multifunktionalität: Klimaanpassung (Hitzeschutz + Verbesserung der Luftqualität + Regenwasserspeicherung) + Aufenthalts-/Freizeitfläche

© Stadt Ludwigsburg
© Stadt Ludwigsburg

Konzeption:

Die Umgestaltung des Arsenalplatzes in Ludwigsburg zeigt exemplarisch, wie eine ehemals monofunktiona-le Verkehrs- und Parkfläche in einen multifunktionalen Stadtraum transformiert werden kann. Durch die Schaffung eines Stadtparks mit einem Hain aus 60 Bäumen, Wasserspiel, flexiblen Aufenthalts- und Bewe-gungsflächen sowie gastronomischen Angeboten entstand ein Ort, der gleichermaßen Kühlung, Erholung, Begegnung und Veranstaltungen ermöglicht. Der Splitt-Belag kann Regenwasser aufnehmen, wodurch Ver-dunstungskühle entsteht. Außerdem wird Regenwasser von den Dachflächen des Arsenalgebäudes in einer Zisterne gesammelt, um in Zeiten von Hitze und Trockenheit für die Bewässerung der Bäume zur Verfügung zu stehen. Damit wird der Platz nicht nur ökologisch und klimatisch aufgewertet, sondern er erhält auch eine zentrale soziale Funktion im städtischen Gefüge. Das Projekt ist Teil des Sanierungsgebiets ZIEL (Zent-rale Innenstadt-Entwicklung Ludwigsburg). Es wird im Rahmen der Städtebauförderung mit insgesamt 1,2 Millionen Euro von Bund und Land, mit 3,6 Millionen Euro von der Stadt sowie mit 340.000 Euro vom Ver-band Region Stuttgart unterstützt.

Klimawirkung:

       

Übertragbarkeit auf GI/GE:
sehr gut – Die Entsiegelung und Begrünung von Innenhöfen und / oder Parkplätzen schafft multifunktionale Freiräume und fördert Aufenthaltsqualität für Mitarbeitende, die Biodiversität sowie das Mikroklima.

Kontakt:

Stadt Ludwigsburg
Team Stadtplanung
Angelika Boos
E-Mail: a.boos@ludwigsburg.de
Tel.: 071419102968

Weitergehende Informationen:

Link: Arsenalplatz Stadt Ludwigsburg


© Hartmut Nägele / zillerplus

Mehrfamilienhaus „Smart ist grün“, Hamburg

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Mehrfamilienhaus „Smart ist grün“ in Hamburg Wilhelmsburg

 

Kommune: Freie und Hansestadt Hamburg (HH)
Multifunktionalität: Klimaanpassung (Regenwasserspeicherung + Dach-und Fassadenbegrünung + Hitzeschutz + Verbesserung der Luftqualität) + Klimaschutz (PV-Anlage, Solarthermie)

© Hartmut Nägele / zillerplus
© Hartmut Nägele / zillerplus

Konzeption:

Die Behrendt Wohnungsbau GmbH & Co KG setzte beim Hamburger Mehrfamilienhauses „Smart ist grün“ im Stadtteil Wilhelmsburg auf die Kombination von Fassadenbegrünung, PV und Solarthermie. In die Brüstungen der Südbalkone sind Photovoltaikmodule integriert. Ein wandgebundenes Regalsystem mit großen Pflanztrögen und Kletterhilfen aus Stahlnetz sorgt in Kombination mit der Kletterhortensie für eine grüne Fassade. Zusammen mit einer extensiv bepflanzten Dachfläche von ca. 400 m², auf dem Sedumgewächse, Stauden und Gräser wachsen, wird in den Sommermonaten für einen effektiven Hitzeschutz gesorgt. Solarthermiekollektoren an der Dachkante und auf dem Dach tragen zur Wärmeversorgung bei. Durch diese multifunktionale Nutzung der Gebäudehülle wird der energetische Standard eines Passivhauses erreicht; das Objekt umfasst 14 Wohneinheiten mit einem beheizten Raumvolumen von rd. 6.100 m³. Die Fläche der Südfassade umfasst insgesamt ca. 370m², die begrünte Fläche ca. 50 m².

Das Projekt wurde im Rahmen der Hamburger Internationalen Bauausstellung (IBA) 2011 – 2013 realisiert.

Klimawirkung:

   

Übertragbarkeit auf GI/GE:
sehr gut – Die Konzeption ist unmittelbar auf Bürogebäude übertragbar; grundsätzlich eignen sich großflächige, wenig unterbrochene Fassaden von Gewerbehallen ideal zur Installation von PV-Anlagen – gleichzeitig kann durch ihre Begrünung das Innenklima durch Isolation und Verdunstungskühle wirksam reguliert werden.

Kontakt:

Bauherr / Bauträger:
Behrendt Wohnungsbau GmbH & Co KG, Hamburg
Architekt: zillerplus Architekten und Stadtplaner, München
E-Mail: info@zillerplus.de

Weitergehende Informationen:

Link: Mehrfamilienhaus „Smart ist Grün“ Hamburg


© cima/2025 (KI-gestützt)

Dachterrasse der Universität für Bodenkultur Wien

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Dachterrasse der Universität für
Bodenkultur Wien

 

Kommune: Stadt Wien (Österreich)
Multifunktionalität: PV-Anlage + Aufenthaltsraum + Klimaanpassung (intensive Dachbegrünung)

© cima/2025 (KI-gestützt)

Konzeption:

An der Universität für Bodenkultur Wien wurde ein PV-Dachgarten, bestehend aus einer intensiv begrünten Dachterrasse, einer in Holz gefertigten Pergola und einer Überdachung mit Photovoltaik Glas-Glas-Modulen als Begegnungsort für Studierende und Mitarbeiter geschaffen.
Das Projekt wurde im Rahmen eines dreijährigen Forschungsprojektes mit zehn Partnern aus der Forschung und der Wirtschaft entwickelt. Die Kosten inklusive Begrünung, Stahlträgerkonstruktion und Photovoltaik-System belaufen sich aktuell auf etwa € 79.500,-. Der PV-Dachgarten liegt mit € 1.400,- pro Quadratmeter in etwa im Kostenrahmen eines Wintergartens – liefert zum selben Preis jedoch bereits Grünstrom und begrüntes Wohlfühl-Ambiente.
Die vormals wenig genutzte Terrasse wurde so um gefühlte drei bis fünf Grad heruntergekühlt. Die 56 m² große Pergola-Konstruktion, die zu 70 Prozent mit PV-Modulen ausgestattet ist, erzeugt jährlich etwa 5.500 kWh Grünstrom. Damit können ein bis zwei Haushalte versorgt werden. Der übrige Lichteinfall reicht für das Pflanzenwachstum darunter aus.

Klimawirkung:

   

Übertragbarkeit auf GI/GE:
sehr gut – Flächensparende Schaffung von Aufenthaltsqualität und / oder grünen Arbeitsräumen bei gleichzeitiger Energiegewinnung und Klimaregulierung durch die Dreifachnutzung von Verwaltungsgebäude- oder tragfähigen Gewerbehallendächern.

Kontakt:

tatwort Nachhaltige Projekte GmbH

Weitergehende Informationen:

Link: Dachterrasse BOKU Wien


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Kommunalbefragung nachhaltige Gewerbegebiete 2025

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Kommunalbefragung
nachhaltige Gewerbegebiete
2025

Im Rahmen einer bundesweiten Online-Befragung vom 07. bis 25. Mai 2025 gaben 165 Expert:innen aus Wirtschaftsförderung, Stadtplanung, Industrie- und Handelskammern sowie Klimamanger:innen Einblicke in die Herausforderungen bei Klimaschutz und Klimaanpassung im Kontext von Industrie- und Gewerbegebieten. Im Folgenden stellen wir Ihnen die zentralen Befragungsergebnisse vor:

Klimaanpassung gewinnt auch in Gewerbegebieten zunehmend an Bedeutung!

rund
70%
sind der Meinung, dass bei zukünftigen Planverfahren für Gewerbegebiete Nachhaltigkeitsstandards eine große Bedeutung haben werden.
rund
51%
der Kommunen haben Zugang zu regionalen Förderprogrammen (Klimaschutz & Klimaanpassung), rd. 31 verfügen über kommunale Förderprogramme
nur rund
22%
der Kommunen verfügen über personelle Ressourcen zur Förderung von Nachhaltigkeit in Gewerbegebieten

Identifizierte Hemmnisse

In Gewerbegebieten gibt es weiterhin große Herausforderungen, welche die Realisierung von naturbasierten und multifunktionalen Lösungen behindert. Die häufigsten Hemmnisse sind:

Hemmnisse naturbasierte Lösungen:

Finanzielle Lage und Aufwand – fehlende kommunale Mittel, fehlende Fördermittel, generell hoher Kosten- und Umsetzungsaufwand

Platzmangel und hohe Flächenkonkurrenz – verfügbare Fläche in Kommunen begrenzt, in Gewerbegebieten primär für betriebliche Nutzungen beansprucht

Unklare Wirtschaftlichkeit – bestehende Unsicherheiten über die langfristige Kosteneinsparung von naturbasierten Lösungen

Hemmnisse multifunktionale Flächennutzung:

Finanzielle Lage und Aufwand – fehlende kommunale Mittel, fehlende Fördermittel, generell hoher Kosten- und Umsetzungsaufwand

Planungsrechtliche und bürokratische Hürden – lange Planungszeiträume, fehlende Vorgaben im Bebauungsplan

Fehlende Überzeugung – hinsichtlich konfliktfreier Funktionstüchtigkeit einer multifunktionalen Fläche

Die Ergebnisse der bundesweiten Befragung im Projekt „Natur Urban – Gewerbegebiete im Klimagebiete“ verdeutlichen, dass die Umsetzung von naturbasierten Lösungen und multifunktionaler Flächennutzung in Gewerbe- und Industriegebieten mit erheblichen Herausforderungen verbunden ist.

Insbesondere der hohe zeitliche und finanzielle Aufwand stellt eine zentrale Hemmschwelle dar. Maßnahmen wie Entsiegelung, Begrünung oder die Integration wasserwirtschaftlicher Elemente erfordern oftmals beträchtliche Investitionen, deren Nutzen sich erst langfristig einstellt. Insbesondere bei Unternehmen steht meist die kurzfristige Wirtschaftlichkeit im Vordergrund.

Bei der multifunktionalen Flächennutzung wirken insbesondere bürokratische und planungsrechtliche Hürden. Die bestehenden Genehmigungs- und Zuständigkeitsstrukturen sind in der Regel eher auf monofunktionale als multifunktionale Nutzungen ausgelegt. Hier fehlt es häufig an der fachbereichsübergreifenden Zusammenarbeit zwischen beispielsweise Stadtplanung, Umweltamt, Wasserwirtschaft und Wirtschaftsförderung.

Darüber hinaus bestehen Unsicherheiten hinsichtlich der konfliktfreien Funktionstüchtigkeit von multifunktionalen Räumen. In der Praxis wird befürchtet, dass eine Fläche, die mehrere Aufgaben gleichzeitig erfüllt – beispielsweise als Parkplatz, Retentionsfläche und Aufenthaltsort –, in Extremsituationen ihre Funktionen nicht zuverlässig erbringen könnte oder dass unterschiedliche Nutzungsansprüche miteinander in Konflikt geraten. Die langfristigen Vorteile einer multifunktionalen Flächennutzung hängen demnach stark von Pflege, Monitoring und der Akzeptanz der Nutzer:innen ab.

Bei der Umsetzung naturbasierter Lösungen kommt hinzu, dass in den meisten Gewerbegebieten verfügbare Flächen stark begrenzt sind. Der verfügbare Raum wird primär für betriebliche Nutzungen wie Produktionshallen, Logistikflächen, Parkplätze und Verkehrswege beansprucht. Naturbasierte Maßnahmen konkurrieren direkt mit wirtschaftlich relevanten Flächen und haben dadurch oft geringere Priorität. Zudem sind viele Grundstücke vollständig versiegelt oder maximal ausgenutzt, sodass wenig Spielraum für zusätzliche Grünstrukturen besteht.

Zudem bewerten die Unternehmen in Gewerbegebieten Investitionen meist nach klaren betriebswirtschaftlichen Kriterien. Die langfristigen Vorteile naturbasierter Maßnahmen — etwa Kühlung, Regenwasserrückhalt oder verbesserte Aufenthaltsqualität — werden häufig nicht direkt in betriebswirtschaftliche Kennzahlen übersetzt. Diese Unsicherheit führt dazu, dass Maßnahmen als finanziell riskant wahrgenommen werden und Entscheidungen zugunsten kurzfristig günstiger technischer Lösungen ausfallen.

Kommunale Initiative – Engagierte Gemeinde / Stadtverwaltung und gute Zusammenarbeit der Fachbereiche innerhalb der Kommune
Privates Engagement – Engagierte Unternehmensführung / Eigentümer
Planungsrecht – Integration der Maßnahmen in planerischen Festlegungen (Bebauungsplan und Städtebaulicher Vertrag)
Benefits für Unternehmen – Förderprogramme (Programme des Bundes, Landes, der Kommune oder der Region) / Rentabilität für die Unternehmen / Image des Unternehmens
Management – Vorhandensein eines Gebietsmanagements / Beratung vor Ort

Identifizierte Erfolgsfaktoren

Die aufgeführten Hemmnisse sind jedoch nicht unüberwindbar. Erfolgreiche Beispiele aus kommunalen Projekten verdeutlichen, dass durch frühzeitige Beteiligung relevanter Akteur:innen eine klare Zuständigkeitsregelung sowie gezielte Förderinstrumente naturbasierte und multifunktionale Lösungen in Gewerbegebieten etabliert werden können.
Für das Gelingen multifunktionaler Ansätze sind eine Reihe von Erfolgsfaktoren ausschlaggebend. In der Bundesweiten Befragung wurden demnach folgende Erfolgsfaktoren identifiziert:


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