SPALECK GMBH, Bocholt
Gründachgestaltung
Extensive Dachbegrünung eines Hallendaches der SPALECK GmbH in Bocholt
Kommune: Stadt Bocholt (NRW)
Multifunktionalität: Klimaanpassung
Hitzeschutz + Verbesserung der Luftqualität + Regenwasserspeicherung


Konzeption:
Im stark versiegelten Gewerbegebiet an der Robert-Bosch-Straße in Bocholt hat die Spaleck GmbH 2021 eines ihrer Industriehallendächer mit einer extensiven Dachbegrünung und einer PV-Anlage ausgestattet. Die Fläche umfasst 355m². Eine wichtige Vorraussetzung war, dass das Hallendach die statischen Bedingungen für die Dachlast erfüllen konnte. Die Gesamtkosten der extensiven Dachbegrünung mit Sedumarten inklusive der Montage einer Photovoltaik-Anlage unfassten insgesamt 508.340€. Davon entfiel 22€/m² auf die Dachbegrünung und 1.325€/m² auf die PV-Anlage mit 662 Modulen. Neben der Verbesserung des Mikroklimas, Temperatursenkung um ca. drei Grad Celsius im Sommer konnte die Firma durch die Begrünung gleizeitig den PV-Ertrag in den heißen Monaten steigern. 115.000 kWh Strom werden jährlich erzeugt. Im Winter sorgt die Dachbegrünung durch die zusätzliche Wärmedämmung für niedrigere Heizkosten. Durch die Dachbegrünung wird Feinstaub gebunden, der Regenwasserrückhalt gefördert und so die Kanalisation entlastet und die Dachhaut geschützt. Die Maßnahme konnte durch das kommunale Förderprogramm“Business and Biodiversity“ der Stadt Bocholt mit 300 Euro gefördert werden.
Klimawirkung:
Übertragbarkeit auf GI/GE:
gut – Mittlerer Aufwand bei neuen Dächern mit Kiesdach. Die Maßnahme fördert die Gebietsidentität und sorgt für Nachhahmungseffekte im GE. Guter Übergang zu Multifunktionalität.
Kontakt:
SPALECK GmbH
E-Mail: info@spaleck.de
Tel.: 0287121340
weitergehende Informationen:
Link: SPALECK GmbH Nachhaltigkeit
Fruchthof Konstanz GmbH
Gründachgestaltung
Intensive Dachbegrünung in Kombination mit PV, Fruchthof Konstanz-GmbH
Kommune: Stadt Konstanz
Multifunktionalität: Naturbasierte Maßnahmen: intensive Dachbegrünung mit PV (klimat. Innen- wie Außenwirkung)


Konzeption:
Das Fachgroßhandelsunternehmen für Obst und Gemüse Fruchthof Konstanz GmbH hat Ende 1990 im Industriegebiet von Konstanz im Zuge eines Neubaus Büro und Lagergebäude mit einer intensiven Dachbegrünung ausgestattet. Die Begrünung wurde als Dachgarten angelegt mit Bäumen (Birken, Weiden, Tanne, Fichte), Sträuchern, wilden Orchideen und Weinpflanzen. Sie umfasst einen Naturteich sowie eine Naturwiese, die zweimal im Jahr gemäht wird und als Aufenthaltsfläche für die Belegschaft dient. Die Konstruktion der gesamten Anlage umfasst 120 Pfähle mit Wasserleitungen (14 km Leitungen im Boden und in den Pfählen). Das Fassungsvermögen der unterirdischen Zisternen liegt bei 270 000 l , die in einen Wasserkreislauf weitergeleitet werden, so dass kein Frischwasser zur Bewässerung nötig ist. Die Dachbegrünung wird nur auf 25 bis 50 cm Erdschicht durchgeführt, die auch Wärme- und Einstrahlungsdämmung verhindert. Die Wand- und Dachdämmung wurde mit dickem Stahlbeton mit bis zu 50 cm Stärke vorgenommen. Die Maßnahme vereint gleich mehrere Vorteile. Die Dachtemperatur wird auf 20–25 °C heruntergekühlt und ermöglicht so eine Kühlung der gelagerten Waren. Im Winter bietet sie eine gute Wärmedämmung und spart so Energie ein. Durch das Gründach wird auch ein Teil der Niederschlagsmenge zwischengespeichert, Biodiversität gefördert und die Aufenthaltsqualität der Mitarbeitenden und Identifikation mit der Firma gesteigert. Mitarbeitende können über die Büroräume des 2. Stocks den Naturgarten in Pausen zur Erholung nutzen. Die Begrünung wurde auf Eigeninitiative des Unternehmens vorgenommen und später ausgezeichnet. Die Maßnahme in der Lage die Gebietsidentität zu fördern und für Nachahmungseffekt innerhalb des Gewerbegebietes zu sorgen. Im gesamten Ge/GI trägt sie zur Klimaneutralität der Kommune bei und stärkt Ihren Status (Vorbildcharakter). Durch ihre Mehrfachwirkung (Stromertrag, Wärmedämmung, Aufenthalt und Wasserspeicherung) bietet sie einen sehr guten Übergang zu Multifunktionalität.
Klimawirkung:
Umsetzbarkeit im GI/GE:
Gut bei einer Neubaumaßnahme, höherer Aufwand durch stat. Vorrausetzungen. Sehr starke Ausstrahlungswirkung.
Kontakt:
info@fruchthof-konstanz.de
Weitergehende Informationen: https://www.fruchthof-konstanz.com/unternehmen
John Deere, Mannheim
Gründachgestaltung
Dachbegrünung und Abwasserreinigung der Firma John Deere in Mannheim
Kommune: Stadt Mannheim (BW)
Multifunktionalität: Klimaanpassung (Regenwasserspeicherung + Hitzeschutz + intensive Dachbegrünung + Verbesserung der Luftqualität) + natürliche Abwasserbereinigung

Konzeption:
Bei der Firma John Deere in Mannheim wurde ein 166 m² großes Sumpfpflanzendach errichtet, welches das in der Produktion anfallende industrielle Abwasser auf natürliche Weise reinigt. Das innovative System kombiniert Gebäudebegrünung mit ökologischer Wasseraufbereitung. Täglich werden 10 Kubikmeter Abwasser über die Pflanzenkläranlage gereinigt.
Das Abwasser wird von einem Produktionsgebäude auf die Dachfläche des benachbarten, über hundert Jahre alten Gebäudes geleitet, wo der Reinigungsprozess stattfindet. Damit die alte Bausubstanz die Anlage tragen kann, wurde auf übliche schwere Baukörper verzichtet. Stattdessen leitet eine freitragende Holzständerbauweise die Lasten über die Außenwände ab und reduziert so die Dachbelastung.
Immergrüne Pflanzen gewährleisten die Reinigungsleistung über das ganze Jahr hinweg. Gleichzeitig verbessert die Begrünung das Mikroklima, fördert die Biodiversität und zeigt, wie industrielle Infrastruktur ökologisch aufgewertet werden kann.
Klimawirkung:

Übertragbarkeit auf GI/GE:
gut – Flachdächer in GI/GE bieten ein hohes Potenzial für naturbasierte Wasserreinigungssysteme oder Dachbegrünung. Das Konzept ist geeignet, wenn industrielle Prozessabwässer anfallen. Voraussetzung ist eine ausreichende Dachlast bzw. eine angepasste Bauweise der Reinigungskonstruktion.
Kontakt:
John Deere GmbH & Co. KG, Mannheim
Weitergehende Informationen:
Beispiel für eine weitere Dachbegrünung mit verfahrenstechnischem Nutzen: Die ehemalige Dachbegrünung der Kelterei Possmann in Frankfurt und ihre Integration in den Kühlkreislauf des Apfelweinkellers: siehe S. 9: https://www.hlnug.de/fileadmin/dokumente/klima/klimprax/Gewerbegebiete-_klimaangepasst_und_fit_web.pdf